Fritz Lang: »Ich bin ein Augenmensch« Gebundenes Buch – 31. Oktober 2014 Norbert Grob Propyläen Verlag 3549074239 Belletristik / Biographien

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Pressestimmen

"Grandiose Biografie", Neue Osnabrücker Zeitung, Tobias Sunderdiek, 14.03.2015
"Dem Filmwissenschaftler Norbert Grob ist ein wunderbares, hochspannendes Buch geglückt.", Berliner Zeitung, Rüdiger Suchsland, 26.02.2015
"Ein lesenswertes Buch nicht nur für Filmenthusiasten.", dpa, Sibylle Peine, 23.12.2014
Grobs gut lesbare Darstellung ist über weite Strecken ein elektrisierendes Porträt der Kinoszene..", Rolling Stone, Rüdiger Suchsland, 17.12.2014
"Endlich eine deutsche Biografie zum Filmemacher Fritz Lang.", Süddeutsche Zeitung, Fritz Göttler, 02.12.2014
"Wer braucht Romane, wenn es Biographien gibt wie Norbert Grobs neues Lebensbild des großen Regisseurs Fritz Lang?", FAZ, Dietmar Dath, 29.11.2014
"Ein großer Wurf: die lesenswerte Biographie eines Künstlerlebens.", in München, Hermann Barth, 20.11.2014

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Norbert Grob, geboren 1949 in Frankfurt am Main, ist Professor für Mediendramaturgie und Filmwissenschaft in Mainz. Zahlreiche Buchpublikationen, Artikel und Filmkritiken u. a. für DIE ZEIT sowie filmische Essays für das WDR-Fernsehen. Fritz Lang und seine innovativen Vorstellungen von Kino zählen zu seinen Leidenschaften, der klassische Film und Stilepochen der Moderne zu seinen Forschungsschwerpunkten.


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Estragon
16. Januar 2017
Fritz Lang (1890-1976) ist gewiss einer der bedeutendsten deutschen Filmku00fcnstler, auch wenn er in u00d6sterreich geboren wurde und als US-amerikanischer Staatsbu00fcrger in Los Angeles starb. Seine Arbeiten in Deutschland und spu00e4ter in Hollywood haben mau00dfgeblichen Einfluss gehabt, und die Titel einiger seiner Filme sind auch vielen Menschen gelu00e4ufig, die noch nie einen Fritz-Lang-Film gesehen haben.

Zum Zeitpunkt von Langs Tod konnte man eventuell noch klagen, dass die Pflege seines Werks und dessen Erforschung ungenu00fcgend sei. Mittlerweile jedoch sind zumindest sein Stummfilmwerk und seine fru00fchen Tonfilme sorgsam restauriert und leicht zugu00e4nglich. Und auch u00fcber einen Mangel an wissenschaftlicher und nichtwissenschaftlicher Literatur zu Langs Filmen kann man sich nicht beklagen. Selbst ein Lang-Biopic existiert mittlerweile. Kurzum: Lang ist als Klassiker umfassend institutionalisiert.

Umso mehr verwundert es, dass nun der Filmwissenschaftler Norbert Grob den Versuch unternimmt, Lang vermittels einer buchlangen biografischen Darstellung zu glorifizieren. Grobs Studie zielt erkennbar darauf ab, ein Denkmal zu errichten. Nu00fcchterne Analyse und eine sorgfu00e4ltige Abwu00e4gung bereits existierender Forschungsergebnisse sind seine Sache nicht.

Insbesondere wird Grob nicht mu00fcde, Langs u203aku00fcnstlerische Modernitu00e4tu2039 und seinen Avantgardismus zu preisen. Sofern es um Einzelheiten der Filmgestaltung geht, kann Grob das auch plausibel machen, doch Langs Werk und sogar seine Selbststilisierung als Ku00fcnstler sollen daru00fcber hinaus auch u00e4sthetische Monumente darstellen. Was das angeht, erzeugt Grob viel Qualm, ohne dass jemals das vermeintliche Feuer erkennbar wird.

Eine nachvollziehbare Einordnung in den Kontext der u00e4sthetischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts findet jedenfalls nicht statt. Schon der Zusammenhang zwischen Wiener Moderne und Langs Filmu00e4sthetik bleibt weitgehend Behauptung, und wenn Grob andeutet, dass Langs Filme ku00fcnstlerische u00c4quivalente zu Adornos u203au00c4sthetischer Theorieu2039 und seiner u203aMinima Moraliau2039 seien, dann streift das Ganze die Grenze zum Lu00e4cherlichen.

u00dcber weite Strecken reiht Grob einfach Einzelheiten aneinander, zum Beispiel daru00fcber, welche Filme Lang im Kino gesehen hat. Einige der herangezogenen Quellen sind eher zweifelhafter Natur (Curt Riess u. a.). Vieles geht u00fcber die Anhu00e4ufung von Klatsch und Tratsch nicht hinaus. Auch Langs durchweg unsicheren Selbstausku00fcnften folgt der Autor oftmals allzu bereitwillig (das betrifft etwa den angeblichen Beitrag Langs zum u00bbCaligariu00ab [siehe S. 78 f.]).

Nicht zuletzt hu00e4tte man dem Buch eine gru00fcndlichere Lektorierung gewu00fcnscht. Immer wieder springen dem Leser Fehler ins Auge. So wird etwa der Agent Sam Joffu00e9 (S. 252) spu00e4ter zu Sam Jaffu00e9 (S. 303, 309) und Joe Green (S. 276) verwandelt sich in einen Joe Breen (S. 296). Und in die Oberste Heeresleitung des spu00e4ten Kaiserreichs schleicht sich sogar ein gewisser Paul von Hindemith ein (S. 65), der auch im Personenregister Aufnahme findet.

Fazit: Eine halbgare Biografie, deren Blick vom Willen zur Bewunderung verzerrt wird. Da wu00e4re deutlich mehr drin gewesen.
Isabelle Klein
27. Dezember 2014
Fritz Lang war vieles: Charismatiker, Kosmopolit, preuu00dfischer Pedant, Womanizer, Unverstandener, eben Wanderer zwischen den Welten... Zweifelsfrei ein Mensch, dessen Leben sich hauptsu00e4chlich in seinen Filmen ausdru00fcckte und abspielte. Ein
DADA
6. Mai 2015
Der Autor hat hier echt eine Top-Recherche-Arbeit geleistet. Und dennoch bleibt er stets sachlich. Das Lesen war sehr interessant und aufschlussreich.
J. Raach
25. November 2014
Diese erste umfassende Biographie des grou00dfen Filmregisseurs ist beispielhaft. Sie folgt bestens recherchiert und anschaulich beschrieben den Hu00f6hen und Tiefen von Fritz Langs Leben und Filmschaffen. Neben dem Aufzeigen der zeitgeschichtlichen Bezu00fcge zeichnet sich das Buch durch die vollstu00e4ndige Darstellung der Entstehungsgeschichte, der Inhalte und Wirkung su00e4mtlicher Filme Langs aus. Norbert Grob, einer der besten Kenner von Fritz Langs Leben und Werk, fasst treffend zusammen: u201eSeine (Langs) Maxime: Weg mit dem u00dcbel des u00dcblichen! Weg mit den Konventionen! Aufbruch ins Neue, ins Fremde, ins Unbekannte!... Diese Haltung fu00fchrte ihn im Berlin der 1920er Jahre zu grou00dfen Erfolgen. In Hollywood dagegen brachte sie ihm u00c4rger und Verdruss.u201c Grob wu00fcrdigt eben nicht nur u00bbMetropolisu00ab, u00bbM u2013 Eine Stadt sucht einen Mu00f6rderu00ab oder u00bbDr. Mabuseu00ab, sondern stellt die zahlreichen anderen Filme vor, die Lang in den USA und in Frankreich schuf. Standfotos aus diesen Filmen hu00e4tten sicher das Buch deshalb bereichert.


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